Staubsaugen – vom Kobold zum Roboter

elektrischer Handstaubsauger von Vorwerk
1929 entwickelt Vorwerk aus einem Grammophonmotor den elektrischen Handstaubsauger. © www.vorwerk.de

­Eine blasende Reinigungs­maschine, ein asthmatischer Nachtportier und die Frau eines Unternehmers sind die Eltern des Staubsaugers. Eine Erfolgsgeschichte des Unmöglichen. Man nehme eine Seifenschachtel aus Holz, einen Ventilator, einen Kissenbezug und einen Besenstiel – und schon hat man einen Staubsauger à la James Murray Sprangler.

Sprangler arbeitet 1906 als Nachtportier im damaligen New Berlin (seit 1918 New Canton) in Ohio. Seine Aufgabe unter anderem: Treppen wischen und Teppiche ausschütteln, für den Asthmatiker eine Qual. Er sucht nach einer Lösung und findet sie mit der Montage der vier oben genannten Dinge. Den Ventilator steckt er in die Holzkiste und schließt ihn mit einem Kabel an eine Stromquelle an. Der Kissenbezug dient ihm dabei als Sack, in dem der Schmutz aufgefangen wird. Inspiriert war er wahrscheinlich durch den Vacuum Clea­ner von Booth aus England.

Zwei Jahre später patentiert Sprangler sein Gerät und erzählt seiner guten Freundin Susan Hoover davon, denn er ahnt das Entwicklungspotenzial dieses kleinen Helfers. Sie wiederum erzählt es ihrem Ehemann. Der Geschäftsmann William H. Hoover ist von dem Gerät begeistert und kauft das Patent. Ab 1908 produziert seine Firma nicht mehr länger Lederwaren sondern Staubsauger. Acht Jahre später bringt Hoover den ersten Handstaubsauger mit Elektromotor auf den Markt. Dieses Modell bestimmt eine ganze Generation lang Funktion und Design des Haushaltshelfers und wird mehr als ein Klassiker. Im britischen Englisch beschreiben das Produkt auch die Tätigkeit: „to hoover“ heißt staubsaugen. Der Sauger verfügt bereits über einen Staubbeutelsack mit integriertem Wegwerfbeutel aus Papier.

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