Die Geburt des Telefons

© Lars Heims / PIXELIO
© Lars Heims / PIXELIO

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ und „Die Sonne ist von Kupfer“. Diese merkwürdigen Sätze spricht der Mathematik- und Physiklehrer Philipp Reis vor 155 Jahren. Seinen Fernsprecher führt er damit am 26. Oktober 1861 erstmals öffentlich zahlreichen Mitgliedern des Physikalischen Vereins in Frankfurt am Main vor. Eine geniale Erfindung, will man meinen. Doch das Fatale: Obwohl die Konstruktion funktioniert, interessiert das Wursthaut-Telefon keinen der zusehenden Wissenschaftler. Reis entwickelt das erste funktionierende Gerät zur Übertragung von Tönen über elektrische Leitungen. Seine Erfindung nennt er „Telephon“. Letztlich sind mehrere Erfinder an dem Medium beteiligt, und stetig wird es verbessert. 1876 meldet der Amerikaner Alexander Graham Bell sein Telefon zum Patent an. Doch die Grundlagen der Erfindung wurden in Deutschland gelegt.

Der Erfinder des Viertaktmotors

Nikolaus August Otto
Nicolaus August Otto ist der Erfinder des Viertaktmotors. © DEUTZ AG

Physikunterricht, 6. Klasse: 1. Ansaugen, 2. Verdichten, 3. Arbeiten, 4. Ausstoßen. Sofort weiß wohl jeder Zwölfjährige, dass es sich um die vier Takte des Verbrennungsmotors handelt. Fünf Grundbestandteile hat der Prototyp, und fünf hat der Viertaktmotor auch noch heute nach 140 Jahren: Zylinder, Kolben, Pleuelstange, Kurbel- und Nockenwelle. Etwa 1,3 Milliarden Viertaktmotoren soll es auf der Welt aktuell geben. Und sicher weiß auch jeder Zwölfjährige, dass Nicolaus August Otto diesen erfunden hat. Beschäftigt man sich genauer mit dem Leben des Mannes, staunt man nicht schlecht: denn der Erfinder dieser revolutionären Technologie war nicht etwa ein Vollblutingenieur. Otto arbeitet elf Jahre als Handelsvertreter für Kaffee, Tee, Reis, Zucker und Strohballen in Westdeutschland. Wie viele Menschen vor ihm träumt auch er von einer Fortbewegungsmaschine und sieht die Fortschritte der Technik in der Wassermühle, der Landwirtschaft und der Druckindustrie: die Technik erleichtert dem Menschen die Arbeit. Das fasziniert den Kaufmann Otto. 1860 erfährt er von einer neuen Maschine des Franzosen Jan Joseph Etienne Lenoir.

Der Meister der Kältetechnik

Carl von Linde erfand die Kältemaschine © Linde AG
Carl von Linde erfand die Kältemaschine © Linde AG

Carl von Linde revolutioniert mit seinen Kältemaschinen nicht nur die Industrie, sondern später auch Privathaushalte. Mit 37 Jahren hängt er seinen Beamtenjob in München an den Nagel und gründet 1879 in Wiesbaden die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG. Ende des 19. Jahrhunderts schreibt ein Gesetz größeren Gemeinden vor, kommunale Schlachthöfe mit Kühlräumen bereitzustellen. Linde erkennt den Bedarf, denn ganze Lagerhallen müssen fortan gekühlt werden. Seine Maschinen verwandeln die Schlachthöfe ab sofort in Kathedralen der Kälte.

Ein Zeichen für geprüfte Sicherheit

Bild_Porträt_VDE-ZeichenStrom gilt ab den 1880er Jahren im deutschen Kaiserreich als Motor der Industrialisierung. Elektrisches Licht und elektrische Antriebe prägen zunehmend die Industrienationen. Anfang des 20. Jahrhunderts kommt jedes zweite Elektroprodukt auf der Welt aus Deutschland, und davon wiederum die Hälfte aus der „Elektropolis Berlin“. Diese nahezu stürmische Entwicklung der Elektrotechnik ist schwer zu kontrollieren. Ein Dachverband muss her. Im Januar 1893 wird der VDE in Berlin gegründet. Seit 1920 vergibt er sein berühmtes Prüfzeichen.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 35/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: VDE Prüfzeichen

Das sich selbst Bewegende

Benz Patent-Motorwagen © Daimler AG
Benz Patent-Motorwagen © Daimler AG

Wir schreiben das Jahr 2015. 129 Jahre alt ist das Auto und unzählige Male produziert worden. Alleine im letzten Jahr werden weltweit 83 Mio. Pkw hergestellt – alle 2,6 Sekunden entsteht also ein Auto – Tendenz steigend. Der Trend für die Zukunft: das autonome Fahren. Gottlieb Daimler und Carl Benz staunen nicht schlecht, als sie im Jahr 2026 auf dem Rücksitz einer Limousine auf den Chauffeur warten und sich das Automobil plötzlich von selbst in Bewegung setzt.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 34/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Automobiltechnik

Die Geschichte der Drehbank

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© Deutsches Museum München

Glaubt man der griechischen Mythologie, so erfindet der Techniker und Baumeister Daidalos die Drehbank mit Schnürzeug. Die frühesten sicher nachgewiesenen Drechselarbeiten stammen aus einem römischen Grab aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. Die moderne Drehbank mit Reitstock und Support entsteht Ende des 18. Jahrhunderts im frühkapitalistischen England. Heute gibt es keine Drehmaschine ohne CNC-Steuerung mehr.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 32-33/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Drehbank

Der Vater der Robotik

Asimo © Honda Motor Co., Ltd.
Asimo © Honda Motor Co., Ltd.

Der modernste menschenähnliche Roboter heute heißt „Asimo“ und wurde von Honda entwickelt. Er ist 1,20 m groß, wiegt 54 Kg, besitzt 34 Freiheitsgrade und kann bis zu 9 km/h schnell rennen. Usain Bolt lief bei den Olympischen Sommerspielen mit einer Rekordgeschwindigkeit von 44,6 Km/h. Der Mensch ist also immer noch fünf Mal schneller als ein Roboter. Doch den ersten Industrieroboter stellt Joseph Engelberger 1961 vor und gilt seither als der Vater der Robotik. Inspiriert haben ihn seit seiner Jugend die Science-Fiktion-Geschichten über Roboter von Isaak Asamov.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 30-31/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Joe Engelberger

Die Geschichte der Batterietechnik

Begonnen hat es mit Experimenten eines Anatomieprofessors – Luici Galvani. In seinem Labor zucken 1780 plötzlich die Froschschenkel. Unwissentlich hat er einen elektrischen Stromkreis hergestellt. Benannt nach ihm ist die galvanische Zelle – die chemische Erzeugung von elektrischem Strom. Sie regten den Physiker Alessandro Volta zu Experimenten an, aus denen die Volta-Säule hervorging: die Geburtsstunde der Batterie. Seit 1897 ist die SI-Einheit der elektrischen Spannung nach ihm benannt.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 28-29/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Batterie

Die Geschichte der Handbohrmaschine

Handbohrmaschine
Handbohrmaschine © C. &. E. Fein GmbH

Der Mensch wird immer dann erfinderisch, wenn er genervt von einem suboptimalen Zustand ist. Auch bei großen Erfindungen, die heute für uns selbstverständlich sind, war das der Fall, wie die Erfindung der Handbohrmaschine zeigt. Der Erfolg der elektrischen Handbohrmaschine ebnet den Weg für weitere Erfolge. Denn Elektrohandwerkzeuge gab es bisher nicht, da Elektromotoren in kompakter Größe einfach nicht leistungsfähig genug waren. Das ändert sich 1895 und der Bedarf steigt schnell. 1925 baut Fein den ersten Elektroschrauber, 1927 folgen die Blechschere und die Stichsäge. 1986 wird der erste oszillierende Dreiecksschleifer entwickelt und patentiert – der Fein-Schleifer.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 27/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Fein

Artur Fischer – Vater des Spreizdübels

Prof. Artur Fischer
Prof. Artur Fischer. © fischerwerke GmbH & Co. KG

Am Anfang stand der Märklin-Baukasten, 85 Jahre später folgte der Europäische Erfinderpreis. Die erfolgreichste Erfindung von Artur Fischer aber ist der Spreiz-Dübel. Dem Schwarzwälder verdanken wir, dass ein Bild sicher an der Wand hängt und ein Regal nicht umkippt. Und sogar das Blitzlicht moderner Kameras und Konstruktionsbaukästen für Kinder entstammen Fischers kreativem Kopf und gehen auf seine Patente zurück.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 26/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Artur Fischer