25 Jahre Jenoptik

Die Jenoptik-Zentrale im Ernst-Abbé-Hochhaus im Zentrum von Jena / © JENOPTIK AG, Günther Prätor, Jena
Die Jenoptik-Zentrale im Ernst-Abbé-Hochhaus im Zentrum von Jena / © JENOPTIK AG, Günther Prätor, Jena

„Die Jenoptik Aktiengesellschaft ist ein weltweit führender, börsennotierter Photonik-Konzern mit Sitz in Jena (Thüringen).“ Dieser Eintrag in Wikipedia liest sich gut und ist zugleich alles andere als selbstverständlich.

Denn dass mehr als 3500 Mitarbeiter des Konzerns im Sommer das 25-jährige Betriebsjubiläum feiern können, verdanken sie einer klugen Unternehmenspolitik nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR. Und die beginnt am Dienstag, den 25. Juni 1991 in Jena, als zwischen der Treuhandanstalt, den Ländern Baden-Württemberg und Thüringen sowie allen beteiligten Zeiss-Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet wird. Aus einem der größten Kombinate der DDR wird nach dem Fall der Mauer zunächst die Carl-Zeiss GmbH. Im vorherigen VEB Carl Zeiss Jena arbeiteten einst 69.000 Menschen in 25 Betrieben. Es war das Hightech-Unternehmen des Ostblocks.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 21/2016
  • Der vollständige Artikel als PDF: 25 Jahre Jenoptik

Die Geburt des Personal Computers

© rebelpilot / Flickr
© rebelpilot / Flickr

San Francisco, Herbst 1974: Ein 19-jähriger Mann kehrt mit langen Haaren, Vollbart und in Sandalen aus Indien zurück. Mehrere Monate hat sich der Frutarier in der Ferne mit dem Hinduismus, dem Buddhismus und der Primärtherapie beschäftigt. Und er wird Geschichte schreiben.

Doch nicht als Philosoph mit dem Charme eines Blumenkindes aus Kalifornien, sondern als Technikhippie. Seine Leidenschaft zu Früchten wird dabei zum Markenzeichen. 1976, vor 40 Jahren also, wird er ein Unternehmen gründen mit einem angebissenen Apfel als Symbol. Als Steve Jobs 2011 im Alter von 56 Jahren an Krebs stirbt, wird sein Vermögen auf mehr als 8 Mrd. Dollar geschätzt. Er ist einer der PC-Pioniere, der zum Milliardär wurde.

Der andere, sein Konkurrent, ist 1974 ebenfalls 19 Jahre alt und studiert damals in Harvard, bricht ein Jahr später sein Studium ab um fortan mit seinem Kommilitonen programmieren. Bill Gates ist heute mit einem Vermögen von fast 90 Milliarden Dollar der reichste Mensch der Welt. Beide jungen Männer beginnen mit ihren Freunden in den 70ern ihre Mission aus Spaß an der Freude, und es wird mehr – sie verändern das Leben von Milliarden von Menschen. Sie prägen den Personal Computer.

Die Erfindung der CD

Audio-CD.
Audio-CD. © Alexander Völkert

Ein  japanischer Manager bei Sony ist unzufrieden mit der Klangqualität von Schallplatten und Tonbändern. Der ausgebildete Opernsänger Norio Ohga gilt als der Erfinder der CD. Durchmesser und Spieldauer gehen auf sein Konto: 12 cm und 74 min, bis heute die Parameter für eine Audio-CD.

Als Vizepräsident will der Japaner, dass Beethovens Neunte in voller Länge darauf Platz findet. Die seinerzeit längste Version der Symphonie, eingespielt unter dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler, dauert 74 Minuten. So sorgt der Wiener Klassiker gut 150 Jahre nach seinem Tod für den Standard des neuen Audio-Mediums. Die CD wird gepriesen als eierlegende Wollmilchsau: mit hoher Klangqualität, langer Lauf- und Lebenszeit und dem Potential, zukünftig zur Speicherung aller möglichen Daten genutzt zu werden. Bereits 1988 werden weltweit 100 Millionen Audio-CDs gefertigt, und ein Jahr später werden in Deutschland erstmals mehr CDs als LPs verkauft. Für die Musikindustrie also definitiv ein Segen.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 14/2016
  • Der vollständige Artikel als PDF: Compact Disc

Der Vater des Computers

Konrad_Zuse_mit_Z3
© Deutsches Museum München

Am 12. Mai 1941 stellt ein 30-jähriger Tüftler und studierter Bauingenieur erstaunten Wissenschaftlern der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) seine programmgesteuerte Rechenmaschine vor. Was heute auf wenigen Quadratmillimetern Platz findet, nimmt beim Z3 noch das Volumen von mindestens drei großen Kühlschränken ein. Aus drei Speicherschränken, einem Rechenwerk und einer Bedienkonsole besteht der erste Computer der Welt. 2500 Spulen und fingergroße Relais benötigen einen Strom von 4000 Watt. Das Wunder beherrscht die Grundrechenarten und zieht sogar Wurzeln. Zahlen werden in eine numerische Tastatur eingegeben und ein 35-Millimeter-Filmlochstreifen zieht sich Stück für Stück durch die Maschine. Dann beginnen die riesigen Relais zu rattern, und schließlich blinken kleine Lämpchen auf und zeigen damit: das Ergebnis ist gefunden. Der Maschine scheint also im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht aufzugehen. Heute unvorstellbar, doch so beginnt die Geschichte des modernen Computers, wenngleich es natürlich viele Ideen vor Konrad Zuses Entwicklung gibt.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 10/2016
  • Der vollständige Artikel als PDF: Zuse Z3

Das elektrodynamische Prinzip

© Siemens AG
© Siemens AG

Mit der Dynamomaschine lässt sich ab 1866 mechanische Energie auf ökonomische Weise in elektrische Energie umwandeln. Die Erfindung von Werner von Siemens ist das dynamoelektrische Prinzip: das gegenseitige Sich-Aufschaukeln der induzierten Spannung oder des Induktionsstromes und der Stärke des Magnetfeldes. Es ist die Grundlage für alle modernen Großgeneratoren und somit die Voraussetzung für die Starkstromtechnik. Das Restmagnetfeld von Eisenkernen wird genutzt, um in einem Generator zunächst eine kleine Spannung und damit einen kleinen Strom zu erzeugen. Diesen Strom nutzt man, um das Magnetfeld zu verstärken und eine größere Induktionsspannung und damit auch einen größeren Induktionsstrom zu erhalten. Die Grundlagen dazu: 1820 entdeckt der Däne Oerstedt die Wirkung des Magnetismus auf den elektrischen Strom. die 1825 weist Faraday die elektromagnetische Induktion nach. Siemens schafft 41 Jahre später die Voraussetzungen für die Starkstromtechnik. 1881 lässt er in Berlin die erste Straßenbahn der Welt fahren.

Die Geburt des Telefons

© Lars Heims / PIXELIO
© Lars Heims / PIXELIO

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ und „Die Sonne ist von Kupfer“. Diese merkwürdigen Sätze spricht der Mathematik- und Physiklehrer Philipp Reis vor 155 Jahren. Seinen Fernsprecher führt er damit am 26. Oktober 1861 erstmals öffentlich zahlreichen Mitgliedern des Physikalischen Vereins in Frankfurt am Main vor. Eine geniale Erfindung, will man meinen. Doch das Fatale: Obwohl die Konstruktion funktioniert, interessiert das Wursthaut-Telefon keinen der zusehenden Wissenschaftler. Reis entwickelt das erste funktionierende Gerät zur Übertragung von Tönen über elektrische Leitungen. Seine Erfindung nennt er „Telephon“. Letztlich sind mehrere Erfinder an dem Medium beteiligt, und stetig wird es verbessert. 1876 meldet der Amerikaner Alexander Graham Bell sein Telefon zum Patent an. Doch die Grundlagen der Erfindung wurden in Deutschland gelegt.

Der Erfinder des Viertaktmotors

Nikolaus August Otto
Nicolaus August Otto ist der Erfinder des Viertaktmotors. © DEUTZ AG

Physikunterricht, 6. Klasse: 1. Ansaugen, 2. Verdichten, 3. Arbeiten, 4. Ausstoßen. Sofort weiß wohl jeder Zwölfjährige, dass es sich um die vier Takte des Verbrennungsmotors handelt. Fünf Grundbestandteile hat der Prototyp, und fünf hat der Viertaktmotor auch noch heute nach 140 Jahren: Zylinder, Kolben, Pleuelstange, Kurbel- und Nockenwelle. Etwa 1,3 Milliarden Viertaktmotoren soll es auf der Welt aktuell geben. Und sicher weiß auch jeder Zwölfjährige, dass Nicolaus August Otto diesen erfunden hat. Beschäftigt man sich genauer mit dem Leben des Mannes, staunt man nicht schlecht: denn der Erfinder dieser revolutionären Technologie war nicht etwa ein Vollblutingenieur. Otto arbeitet elf Jahre als Handelsvertreter für Kaffee, Tee, Reis, Zucker und Strohballen in Westdeutschland. Wie viele Menschen vor ihm träumt auch er von einer Fortbewegungsmaschine und sieht die Fortschritte der Technik in der Wassermühle, der Landwirtschaft und der Druckindustrie: die Technik erleichtert dem Menschen die Arbeit. Das fasziniert den Kaufmann Otto. 1860 erfährt er von einer neuen Maschine des Franzosen Jan Joseph Etienne Lenoir.

Der Meister der Kältetechnik

Carl von Linde erfand die Kältemaschine © Linde AG
Carl von Linde erfand die Kältemaschine © Linde AG

Carl von Linde revolutioniert mit seinen Kältemaschinen nicht nur die Industrie, sondern später auch Privathaushalte. Mit 37 Jahren hängt er seinen Beamtenjob in München an den Nagel und gründet 1879 in Wiesbaden die Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG. Ende des 19. Jahrhunderts schreibt ein Gesetz größeren Gemeinden vor, kommunale Schlachthöfe mit Kühlräumen bereitzustellen. Linde erkennt den Bedarf, denn ganze Lagerhallen müssen fortan gekühlt werden. Seine Maschinen verwandeln die Schlachthöfe ab sofort in Kathedralen der Kälte.

Ein Zeichen für geprüfte Sicherheit

Bild_Porträt_VDE-ZeichenStrom gilt ab den 1880er Jahren im deutschen Kaiserreich als Motor der Industrialisierung. Elektrisches Licht und elektrische Antriebe prägen zunehmend die Industrienationen. Anfang des 20. Jahrhunderts kommt jedes zweite Elektroprodukt auf der Welt aus Deutschland, und davon wiederum die Hälfte aus der „Elektropolis Berlin“. Diese nahezu stürmische Entwicklung der Elektrotechnik ist schwer zu kontrollieren. Ein Dachverband muss her. Im Januar 1893 wird der VDE in Berlin gegründet. Seit 1920 vergibt er sein berühmtes Prüfzeichen.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 35/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: VDE Prüfzeichen

Das sich selbst Bewegende

Benz Patent-Motorwagen © Daimler AG
Benz Patent-Motorwagen © Daimler AG

Wir schreiben das Jahr 2015. 129 Jahre alt ist das Auto und unzählige Male produziert worden. Alleine im letzten Jahr werden weltweit 83 Mio. Pkw hergestellt – alle 2,6 Sekunden entsteht also ein Auto – Tendenz steigend. Der Trend für die Zukunft: das autonome Fahren. Gottlieb Daimler und Carl Benz staunen nicht schlecht, als sie im Jahr 2026 auf dem Rücksitz einer Limousine auf den Chauffeur warten und sich das Automobil plötzlich von selbst in Bewegung setzt.

  • Erschienen im Maschinenmarkt 34/2015
  • Der vollständige Artikel als PDF: Automobiltechnik